Auf Einladung des Stadtverbandes von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN referierte am Donnerstagabend NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens Siegen im Mehrgenerationen-Zentrum Martini (MGZ Martini) auf der Veranstaltung „Neue Perspektiven für altengerechtes Wohnen im Mehrgenerationenhaus.“
Sprecherin Christiane Luke und die Grüne Ratsfrau Bärbel Gelling moderierten die Veranstaltung, an der ein hohes Interesse von Seiten der Siegerländer Senioren-Fachleute zu verzeichnen war. Zum Abschluss informierte Charlotte Boes ausführlich über die Arbeit des Demenz-Servicezentrums – Region Südwestfalen.

Klar wurde, dass künftig die Zahl der alten Menschen, die Hilfe benötigen, drastisch steigen, gleichzeitig jedoch die Zahl der Erwerbstätigen dramatisch sinken wird.
„Wir müssen heute schon beginnen umzudenken in der Seniorenpolitik.“
Die Gesundheitsministerin
Mit den Einkaufsmärkten auf der grünen Wiese hätten wir uns unsere eigenen Strukturen abgegraben. Kleine Läden, die auch Kommunikationsplattformen böten, seien weggebrochen. Die Landesebene möchte wieder die Rahmenbedingungen für das Leben im Quartier schaffen, denn das Ziel sei es ja für jeden, in den eigenen vier Wänden alt werden zu können. Steffens: „Dafür werden wir Strukturen schaffen. Auf kommunaler Ebene müssen dazu mit allen Beteiligten Angebote entwickelt werden.“
Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass die an der Betreuung von Senioren beteiligten Berufsgruppen oft zu wenig voneinander und ihrer Arbeit wissen. Dies führe manchmal zu Missverständnissen und mangelnder Kooperationsbereitschaft. Es bedürfe also neben einer verbesserten Kommunikation zwischen den verschiedenen Berufsgruppen auch der Etablierung regelmäßiger „Qualitätszirkel“.
Ein Beispiel für eine gelungene Wohnsituation für demente Menschen gäbe es in Köln, führte Steffens aus. „Dort gründete sich eine Wohngruppe, die keine geschlossenen Türen hat. Alle im Wohngebiet wissen davon und passen mit auf.“
Dass Demenz nicht unbedingt eine verschlossene Welt sein muss, machte die Ministerin und auch Charlotte Boes vom Demenz-Servicezentrum deutlich. Sie wiesen darauf hin, dass Menschen mit Demenz ein ausgeprägtes Gefühl für die Echtheit von Gefühlen hätten. Charlotte Boes: „ In der Tanzschule „Im Takt“ in Netphen-Dreistiefenbach finden regelmäßig Tanzveranstaltungen statt. Hier fühlen sich die Menschen mit Demenz sehr wohl.“
Zum Abschluss wünschte sich die Grüne Sprecherin: „ dass der heutige Abend eine Initialzündung für noch viele informative Veranstaltungen zu diesem wichtigen Thema sein kann.“ Christiane Luke: „ Angesichts der Tatsache, dass es allein in NRW ca.300.000 Menschen mit Pflegebedarf gibt und 2/3 davon zu Hause gepflegt werden, können wir die Augen vor den damit verbundenen Problemen nicht verschließen.“





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